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Finanzamt:
Anmeldung als Künstler leicht gemacht


von Robert R. Kessler

Vielen Musikern und Künstlern lässt alleine der Begriff „Finanzamt“ den puren Schauer über den Rücken laufen. Aber es hilft nichts! Entscheiden Sie sich für die Selbständigkeit, wollen also von Ihrer eigenen Musik leben, führt kein Weg am Finanzamt vorbei. Aber soviel sei schon einmal vorab verraten, bei den Anmeldeformalien sind die meisten Finanzbeamten beratend tätig und helfen Ihnen gerne, den richtigen Weg einzuschlagen. Fragen Sie dort einfach nach, wenn Sie etwas nicht wissen oder nicht verstehen. Viele lassen sich durch die wenig familiäre Atmosphäre und die Nüchternheit der Beamten einschüchtern. Das ist aber gar nicht nötig. Kein Finanzbeamter geht davon aus, dass Sie bei der ersten Selbständigkeit alles sofort verstehen. Lassen Sie sich beraten, denn gerade am Anfang können Fehler gemacht werden, die später nicht mehr zu revidieren sind.

Gewerbe oder Freiberuflichkeit?

Die allererste Frage sollte sein, als was Sie sich selbständig machen wollen. Möchten Sie ein Tonstudio eröffnen oder ein Label gründen, dann müssen Sie als Gewerbetreibende zum Gewerbeamt. Dort entscheiden Sie sich für eine passende Gesellschaftsform, beginnend bei dem „Einzelunternehmen“, wenn Sie das Gewerbe alleine ausüben wollen, oder der GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts), der GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung) oder einigen anderen Formen, um die es aber in diesem Artikel nicht gehen soll. Uns interessiert vielmehr die Selbständigkeit als Musiker. Als ausübender Musiker sind Sie kein Gewerbetreibender, sondern gelten als Freiberufler. Die Freiberuflichkeit gilt generell für jede selbständig ausgeübte wissenschaftliche, künstlerische (hierzu gehört der Musiker), schriftstellerische, erziehende und unterrichtende Tätigkeit. Die zuletzt Genannte ist wohl auch für einige von Ihnen interessant, denn hierzu gehört auch der -nicht angestellte- Instrumental- und Gesangslehrer. Neben dem Musiker und Musiklehrer gehören zu den Freiberuflern auch Ärzte, Rechtsanwälte, Steuerberater, Architekten und Journalisten. Die freiberufliche Tätigkeit melden Sie übrigens nicht beim Gewerbeamt, sondern direkt beim Finanzamt an. Zum eigentlichen Vorgang der Anmeldung kommen wir aber gleich erst.

In der Frage nach der Freiberuflichkeit treffen wir auch schon auf ein Problem. Fassen wir dazu noch einmal zusammen, was dem Freiberufler alles gestattet ist: er darf sein Instrument unterrichten und er darf selber Musik machen, egal ob live oder im Studio. Das ist aber auch schon alles! Als Freiberufler darf der Musiker keinen Handel betreiben. Das heißt, - und das ist sehr wichtig - unter seinem Namen darf er zwar eine CD aufnehmen und produzieren, aber keine CD verkaufen. Für den Verkauf von CDs brauchen Sie neben der Freiberuflichkeit eine gewerbliche Zulassung vom Gewerbeamt. Wichtig ist hier der Ausdruck „neben der Freiberuflichkeit“. Denn auch mit einem Gewerbeschein muss zusätzlich die Freiberuflichkeit als ausübender Musiker angemeldet werden. Die Trennung zwischen Freiberuflichkeit und Gewerbe betrifft übrigens ebenso den Live-Musiker. Jeglicher Verkauf von Fanartikeln, den sogenannten Merchandisings, also T-Shirts, Armbändern, Teller und Tassen mit Emblem oder Konterfei der Künstler, gilt als gewerbliche Tätigkeit und fällt nicht unter die Freiberuflichkeit. Überlegen Sie einfach im Vorfeld, was Sie alles anbieten wollen.

 

Anmeldung beim Finanzamt

Der erste Schritt in die Selbständigkeit besteht darin, dass Sie sich dem Finanzamt als freiberuflich arbeitend melden. Das geht übrigens auch, wenn Sie diese Freiberuflichkeit nur nebenberuflich oder neben einem Studium ausüben. Zur Anmeldung gehen Sie direkt zum Finanzamt, oder aber Sie schreiben einen kurzen Brief mit dem etwaigen Inhalt:

„Sehr geehrte Damen und Herren,
ab dem [Datum einfügen] nehme ich eine freiberufliche Tätigkeit als [Zweck angeben] auf. Bitte schicken Sie mir alle relevanten Unterlagen und Informationen zu.
Mit freundlichen Grüßen.
[Unterschrift]“.

Vergessen Sie Ihre Adresse auf dem Briefkopf nicht. Das reicht schon vollkommen aus. Sollten Sie persönlich zum Finanzamt gehen, brauchen Sie gar nichts Schriftliches mitzunehmen, außer einem Personalausweis. Sie gehen einfach zu Ihrem zuständigen Beamten, teilen ihm mit, was Sie machen wollen, und erhalten dann Formulare zum Ausfüllen, die Sie ansonsten bei der brieflichen Anmeldung zugeschickt bekämen.


Fragebogen zur steuerlichen Erfassung

Jetzt beginnt der bürokratische Teil. Einer der beiden Formulare ist der „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“ (Download 1). Damit beginnen wir. Dieses Formular können Sie direkt am PC ausfüllen.

Kleiner Tipp: wenn Sie sich das Formular jetzt ausdrucken, fällt das Lesen sehr viel leichter und alles ist noch verständlicher. Gut, los geht’s.

Den oberen Bereich „An das Finanzamt“, „Aktenzeichen/Steuernummer“ und „Eingangsstempel“ lassen Sie frei und überlassen ihn dem Finanzbeamten. Als Freiberufler kreuzen Sie zunächst den folgenden Punkt an: „Aufnahme einer gewerblichen, selbständigen (freiberuflichen) oder land- und forstwirtschaftlichen Tätigkeit“. Die „Beteiligung an einer Personengesellschaft/ -gemeinschaft“ lassen Sie frei. Anschließend geben Sie im Punkt 1 des Formulars alle „allgemeinen Angaben“ zu Ihrer Person, mit Namen, Adresse, Telefonnummern und Familienstand an. Sind Sie verheiratet und haben Kinder, folgen Angaben zum Ehepartner und Ihren Kindern.

Im Feld 1.4 geben Sie Ihre Bankverbindungen an. Wenn Sie unterschiedliche Bankkonten haben, die nach Einkommensteuer und Umsatzsteuer getrennt sind, tragen Sie Ihre Bankverbindung entsprechend bei „Personensteuererstattungen“ (= Einkommensteuer) und „Betriebsteuern“ (=Umsatzsteuer) ein. Ansonsten, und so wird es bei den meisten sein, haben Sie nur ein einziges Konto und tragen die Daten daher nur bei „Alle Steuererstattungen“ ein. Bei einer Freiberuflichkeit ist es übrigens nicht zwingend nötig ein zweites Bankkonto zu haben. Bleiben Sie erst einmal bei Ihrem bestehenden Konto und wenn Sie erkennen, dass Sie aus organisatorischen Gründen trennen müssen, können Sie ein zweites Bankkonto auch später noch einrichten.

Wollen Sie dem Finanzamt gestatten ausstehende Steuern direkt von Ihrem Konto abzubuchen, haken Sie ganz unten auf der ersten Seite die „Teilnahmeerklärung“ an. Dazu müssen Sie noch ein weiteres, bereits beigelegtes Formular ausfüllen. Aber das kommt ganz am Ende. Ich kann diesen Schritt übrigens besonders denen sehr empfehlen, die es mit zeitlichen Fristen nicht immer so genau nehmen. Das Finanzamt wird Sie z.B. bei der Umsatzsteuer irgendwann schätzen ...

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