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KSK - Die Künstlersozialkasse


von Robert R. Kessler

In diesem Artikel befassen wir uns mit der sozialen Absicherung von Musikern. Generell haben Künstler gegenüber anderen Selbständigen der freien Berufe einen entscheidenden Nachteil: Aufträge und Engagements kommen noch unregelmäßiger als z.B. bei Anwälten und Steuerberatern, die ebenso zu den Freiberuflern gehören, wie Musiker. Als die Bundesregierung feststellte, dass Künstler und Publizisten dadurch einen besonderen Schutz bei der sozialen Absicherung bedürfen, wurde 1983 das Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG) ins Leben gerufen, dessen Umsetzung durch die Künstlersozialkasse (KSK) übernommen wurde. 

Was bedeutet das Künstlersozialversicherungsgesetz?

Das KSVG basiert auf der Regel, dass für jeden normalen Angestellten eines Unternehmens 50% aller Abgaben für die gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Rentenversicherungen vom Arbeitgeber übernommen werden. Da ein freiberuflicher Künstler nicht nur einen, sondern quasi viele verschiedene Arbeitgeber hat, sieht das Gesetz jeden Auftraggeber eines Musikers, aber auch Auftraggeber von Autoren, Journalisten, Malern und Regisseuren  also jedes künstlerisch-kreativ arbeitenden Menschen, als Arbeitgeber an. Das heißt, dass jeder, der Sie als Musiker beauftragt, eine Künstlersozialabgabe an die KSK zu zahlen hat. Das gilt für Veranstalter genauso, wie für Plattenfirmen. Sie profitieren als freiberufliche Musiker insofern davon, da die KSK bei Ihnen als Ersatz für den Arbeitgeber auftritt und 50% der Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung für Sie übernimmt. Eine durchaus gelungene Regelung, die Ihnen nicht nur eine soziale Absicherung zugesteht, sondern Sie vor allem finanziell stark entlastet. Denn schließlich müssen Sie auch unabhängig von der KSK eine Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung abschließen. Die KSK sorgt schließlich dafür, dass Sie nur die anderen 50% an Beiträgen zahlen müssen, anstatt die kompletten 100%. Übrigens ist eine Arbeitslosigkeitsversicherung leider nicht in der Absicherung enthalten.

Wie finanziert sich die KSK?

Die Einnahmen der KSK entstehen wie folgt: 50% zahlen Sie als KSK - Mitglied selbst, 30% werden aus den KSK - Abgaben bestritten, die sich aus den Zahlungen derer ergeben, die mit Musikern zusammenarbeiten und entsprechend Abgaben zu zahlen haben. Die restlichen 20% werden vom Bund als Zuschuss gezahlt.

Kann jeder Künstler der KSK beitreten?

Nein, jeder natürlich nicht. Die Voraussetzung für die Aufnahme in die KSK ist, dass Sie als Musiker Ihr Leben tatsächlich ausschließlich aus musikalischer, bzw. generell künstlerischer oder publizistischer Arbeit auf selbständiger Basis finanzieren. Da der Bewerberansturm für diesen Service denkbar groß ist, wird dies sehr genau überprüft. Wenn aber die Tätigkeit als Musiker tatsächlich Ihre hauptsächliche Einnahmequelle ist, steht Ihrem Beitritt nichts im Wege. Bei anderen Künstlern, wie aus den Bereichen der bildenden oder darstellenden Kunst und bei Publizisten ist es etwas komplizierter nachzuweisen, dass die Tätigkeit tatsächlich künstlerischer Natur ist. So gilt ein Restaurator von alten Gemälden nicht als Künstler und ein Übersetzer von Gebrauchsanleitungen nicht als Publizist.
Musiker werden aber relativ schnell übernommen, sofern sie nachweisen können, dass sie nicht nur Hobby-Mukker sind, keinen anderen Hauptjob ausüben und sie als Musiker selbständig sind.

Wann gelten Sie als selbständig?

Da die Selbständigkeit auch ein wichtiges Kriterium für die Aufnahme in die Künstlersozialkasse ist, da ansonsten nicht die KSK, sondern der Arbeitgeber für die 50% Sozialabgaben zuständig wäre, sollte kurz geklärt werden, unter welchen Bedingungen eine Selbständigkeit anerkannt ist. Wenn mindestens drei (3) der fünf Bedingungen erfüllt sind, gilt der Musiker NICHT als selbständig, und wird nicht ohne Weiteres von der KSK aufgenommen:

  1. Der Musiker beschäftigt im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit regelmäßig keinen versicherungspflichtigen Arbeitnehmer
  2. Der Musiker ist auf Dauer und im Wesentlichen nur für einen Auftraggeber tätig
  3. Die entsprechende Tätigkeit wird sowohl beim eigenen Auftraggeber, als auch bei vergleichbaren Auftraggebern regelmäßig durch beschäftigte Arbeitnehmer verrichtet;...

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