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Crashkurs Musikmanagement, Robert R. Kessler

GEMA und GVL - So verdienen Musiker Geld!


von Robert R. Kessler

Ist es für eine Band nötig, GEMA-Mitglied zu werden? Kann damit Geld verdient werden? Und wie ist es mit der GVL? Hat eine reine Live Band Anspruch auf Tantiemen von der GVL? Schauen wir dazu, was genau die Aufgaben der GEMA und der GVL sind und welche Vorteile Künstler durch beide Organisationen haben.

Was sind GEMA und GVL?

GEMA und GVL sind sogenannte Verwertungsgesellschaften, die „mit der Wahrnehmung von im Urheberrechtsgesetz festgelegten Nutzungsrechten, Einwilligungsrechten und dem Inkasso von Vergütungsansprüchen von Künstlern als Urheber oder als Inhaber sonstiger Schutzrechte beauftragt“ sind. Beeindruckendes Juristendeutsch. Das bedeutet ganz einfach, dass Komponisten, Texter, Interpreten und Produzenten jegliche kommerzielle Nutzung ihrer Songs bezahlt bekommen müssen, wenn sie nicht mehr selbst in der Lage sind, Gagen für diese Nutzung selbst auszuhandeln.

Wozu gibt es die GEMA?

Wenn Sie sich zur Veranschaulichung einmal eine Welt ohne GEMA und GVL vorstellen, wäre die Rechteklärung für die Nutzung von Liedern sehr schwierig. Angenommen, ein Café-Besitzer möchte 20 einzelne Lieder spielen, um damit eine angenehmere Atmosphäre für seine Gäste zu schaffen. Somit würde er diese Songs kommerziell nutzen. Gäbe es keine GEMA, so müsste er jeden einzelnen Urheber ausfindig machen, also jeden Komponisten und jeden Texter. Er müsste sie fragen, ob er die Songs überhaupt spielen dürfe und wie viel er dafür zahlen müsse. Jeder einzelne Komponist und Texter nennt seinen Preis. Wenn auch nur einer seine Zustimmung verweigert, gilt das für das gesamte Werk; es darf in diesem Café also nicht gespielt werden. Welch ungeheurer Aufwand für den Cafebesitzer! Sie können sich vorstellen, dass kaum ein Café tatsächlich die Rechte anfragen und Lizenzen zahlen würde. Eher würde darauf spekuliert, dass die öffentliche Wiedergabe der Songs nicht auffällt. Die Leidtragenden sind hier die Urheber, denn ihre Musik wird kommerziell genutzt, ohne dass sie Tantiemen bekommen. Schade. Doch zum Glück gibt es die GEMA, die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte. Wenn Komponisten und Texter Mitglied bei der GEMA werden und ihre Werke bei der GEMA anmelden, erklären sie sich damit einverstanden, dass Ihre Songs von jedem – auch zu kommerziellen Zwecken - gespielt werden dürfen. Dazu bekommen sie einen von der GEMA festgesetzten Satz der Lizenzeinnahmen, die die Verwerter an die GEMA zahlen müssen. Dieser Satz variiert je nach Art der kommerziellen Nutzung. Die Urheber haben zwar keine Möglichkeit, die Zustimmung zur Wiedergabe zu verweigern oder gar weitere Tantiemen einzufordern, aber dafür kümmert sich die GEMA darum, dass der Musiknutzer auch tatsächlich Lizenzen zahlt, die die GEMA an die Rechteinhaber ausschüttet; ein klarer Vorteil also für den Urheber, aber natürlich auch für den Nutzer der Musik, da er weniger Administrationsaufwand hat, um sie zu spielen.

Und was macht die GVL?

Während sich die GEMA um das Urheberrecht kümmert, also allen Komponisten und Textern zu ihren Tantiemen verhilft, ist eine Gruppe in unserer erdachten Welt ohne Verwertungsgesellschaften trotzdem noch benachteiligt, die Interpreten. Auch sie erbringen die Leistung ihrer Darbietung und müssen dafür entlohnt werden. Genau dafür gibt es die GVL, die Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten. Der oben zitierte virtuelle Cafébesitzer muss also theoretisch nicht nur jeden einzelnen Urheber anfragen, sondern auch jeden Musiker, der bei dem Lied mitgewirkt hat. Ohne die Existenz einer GVL müsste der Musiker auch hier sowohl die Genehmigung zur Ausstrahlung geben, als auch die Tantiemen festsetzen. Durch die GVL wird auch dies vereinfacht.

Jeder Cafébesitzer erhält also mit der Zahlung der Lizenzgebühren an GEMA und GVL das Recht, jedes Lied zu spielen. Aber das betrifft nicht nur das Café, sondern auch Radiosender, Fernsehstationen und sogar jeden, der lizenzpflichtige Lieder auf seiner Internetseite zum Stream, also zum allgemeinen Anhören, anbietet, egal ob diese Songs nur angespielt oder komplett angeboten werden. Viele Musiknutzer wissen das nicht, aber in der GEMA-Gebühr für diese sogenannten sonstigen Verwerter ist die GVL Lizenz automatisch enthalten und wird wieder an die GVL weitergegeben, um sie dann an die Interpreten und andere Rechteinhaber auszuschütten. Damit wird es den Verwertern so einfach wie möglich gemacht, die Musik zu lizenzieren, damit Urheber und Interpreten an die Vergütung kommen.
Nur die Medien zahlen direkt an GEMA und GVL.

Wer bekommt Geld von GEMA und GVL?

Beide Verwertungsgesellschaften haben da ihre eigenen Regeln.
Zuerst einmal zur GEMA. Die Mitgliedschaft bei der GEMA lohnt sich für jeden Komponisten und Texter, dessen Songs auf CDs vervielfältigt oder öffentlich aufgeführt werden. Zur Aufführung gehört die...

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